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CW für das Buch: Mord

Autorin: Juna Kristensen; Erscheinungsjahr: 2021; Seitenzahl: 343; Verlag: dpGenre: Psychothriller

Meine Bewertung: 9/10 Punkten

Klappentext:

Zehn Jahre nach den grausamen Ereignissen des Abschlussjahres glaubt die 29-jährige Psychologin Svea die Geschehnisse hinter sich gelassen zu haben. Doch dann verschwindet ihre ehemalige Freundin Rachida spurlos und Svea erhält seltsame Textnachrichten und Fotos von einem Unbekannten. Sie und ihre Freunde haben sich damals ein perfides Spiel ausgedacht, um sich an Mitschülern, von denen sie schikaniert wurden, zu rächen – bis das Spiel für eine Mitschülerin tödlich endete. In einem alten Farmhaus mitten im Nirgendwo an der Nordsee werden sie nun gezwungen, das Spiel noch einmal zu spielen. Ihre einzige Chance, dem Ganzen ein Ende zu setzen, besteht darin, herauszufinden, wer von ihnen für den Tod der Mitschülerin und Rachidas Verschwinden verantwortlich ist. Dabei decken sie nach und nach auf, wie ihre Taten damals eine dramatische Kettenreaktion auslösten. Und der Unbekannte hat nur ein Ziel: Rache.

Meine Meinung (spoilerfrei):

Gute Psychothriller bestehen für mich aus interessanten Charakteren, Spannung, einer Handlung, die sich mit der menschlichen Psyche auseinandersetzt, und dass ich bis gegen Ende nicht weiß, wer der Täter ist bzw. was genau passiert ist. Und in Juna Kristensens Psychothriller Rachekarte habe ich das alles gefunden.

Sehr gelungen fand ich den Aufbau des Thrillers – wir springen zwischen der heutigen Zeit, zehn Jahre nach dem Spiel, das die Freunde in ihrem letzten Jahr an der Schule gespielt haben, und eben diesem, von dem Moment, an dem Svea neu auf die Schule kommt und kurz darauf das Spiel beginnt. Größtenteils ist das Buch aus Sveas Sicht erzählt, aber nicht ausschließlich. Besonders dass ein paar Kapitel auch aus der Sicht anderer Charaktere geschrieben sind, fand ich sehr gut gemacht. Denn während das schnell zum Abbau von Spannung führen könnte, weil man ja mehr über die Gedanken der anderen erfährt und dann vielleicht den ein oder anderen als möglichen Täter ausschließen könnte, ist hier eher das Gegenteil der Fall: Die Spannung und Möglichkeiten, Theorien über die Geschehnisse und Absichten der Charaktere steigen an.

Die gesamte Situation zur Schulzeit, die Spirale die zu immer extremeren Handlungen führt, wie alles, was passiert ist, passieren konnte – einerseits fand ich es sehr interessant geschrieben und psychologisch durchaus nachvollziehbar und begründet, aber andererseits habe ich doch das ein oder andere Mal gedacht, dass es zu extrem ist, dass Jugendliche sich solche Dinge nicht gegenseitig antun würden. Da wollte mein positives Menschenbild nicht mitmachen. ;) Das, und das einer der Charaktere (Rachida) für mich etwas blass geblieben ist, sind auch schon meine einzigen Bemängelungen an dem Buch, die für den einen Punkt Abzug gesorgt haben.

Insgesamt fand ich es eine sehr clevere, spannende Geschichte, die sehr gelungen erzählt wird. Beide Zeitebenen und die Informationen über die wahren Geschehnisse, die man stückchenweise mitbekommt, sind interessant – und auch die Auflösung(en) am Ende fand ich überraschend, aber dann schlüssig und passend zu allem, was zuvor passiert ist.

Fazit: Ein wirklich guter Psychothriller! Definitiv einen Empfehlung für alle, die mit dem Genre etwas anfangen können.


Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich habe das Buch im Gegenzug für eine ehrliche Rezension kostenlos erhalten.