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Autorin: Johannes Maria Stangl; Erscheinungsjahr: 2022; Verlag: dp; Genre: Krimi

Meine Bewertung: 7/10 Punkten

Klappentext:

Nachdem ein junger Fußballspieler bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Fall auf Grund der Bekanntheit des Opfers den Sonderermittlern Dr. Emil Gusenberg und Maryanne Schröder zugeteilt. Schnell wird ihnen klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um Mord handelt – und der Fall hat es in sich. Während ihrer Ermittlungen tun sich immer mehr Abgründe auf und sie stechen bald in ein Wespennest aus Lügen, zerstörten Träumen und Menschen, die für Geld und Ruhm über Leichen gehen. Doch als der einzige Tatverdächtige ermordet aufgefunden wird, rennt den beiden Ermittlern die Zeit davon. Denn ein weiterer Mörder treibt sein Unwesen und hat sein nächstes Opfer bereits im Visier …

Meine Meinung (spoilerfrei):

Der Einstieg in das Buch war etwas holprig für mich, unter anderem, weil ich mich erst daran gewöhnen musste, dass es so viele verschiedene Erzähler / Sichtweisen gibt. Auf den ersten vier (digitalen, auf dem Handy, also kürzeren) Seiten gab es gleich drei Wechsel, ohne dass diese durch ein Kapitelwechsel oder teilweise sogar irgendeine Trennung (Sternchen oder ähnliches) gekennzeichnet gewesen wären. Das hat mich etwas irritiert – hat sich aber im Laufe des Buches schnell gebessert. Es gibt auch weiterhin sehr viele verschiedene Sichtweisen, zwischen denen wir wechseln, aber danach mit besseren Trennungen und durchaus gut geschrieben und sinnvoll. Teilweise hat es nur ein paar Sätze gebraucht, bis ich wusste, aus wessen Sicht es nun gerade ist, da der Name nicht direkt genannt wurde und es einfach nicht direkt klar wurde.

Insgesamt die Wahl, die Story aus den Perspektiven aller Hauptbeteiligten zu schreiben, und somit auch sowohl der Polizei als auch von „Bösewichten“, fand ich interessant, da man als Leser dadurch natürlich einiges mehr weiß, als die ermittelnden Kommissare. Aber die Art, was dadurch nach und nach enthüllt wurde und was nicht, fand ich gelungen, die Spannung war dennoch da.

Die Atmosphäre der Story ist sehr die jedes anderen Krimis – etwas düster und trostlos, schlechtes Stadtviertel, hohe Kriminalitätsrate etc. Ich persönlich kann mit Fußball nur bedingt etwas anfangen, was natürlich meine Begeisterung für das Setting hier etwas einschränkt, aber letztendlich hat der Fußball selbst nur eine kleinere Rolle gespielt.

Die Charaktere haben mir besonders gut gefallen. Allesamt haben auf mich realistisch gewirkt, die Hauptcharaktere, ungeachtet ihrer Seite vom Gesetz, waren nicht einfach „gut“ oder „böse“, die Handlungen und Motive waren immer nachvollziehbar. Ich hätt gerne noch etwas mehr aus der Sicht von Maryanne Schröder, der zweiten Ermittlerin neben dem Haupt-Hauptcharakter Gusenberg gehabt, aber das ist vielleicht einfach persönlicher Geschmack.

Ansonsten sind mir hier und da ein paar kleinere Dinge aufgefallen – dass der Name eines Charakters mitten im Kapitel plötzlich vom Vor- zum Nachnamen wechselt, dass der Anfang eines Kapitels (9) eine ganze Seite voll Metaphern für ein und dieselbe Sache war, was mir dann doch ein bisschen viel des Guten war, dass ab und zu ein paar Fehlerchen drin waren, wo offensichtlich der Satz noch einmal umgeschrieben wurde und dann die Grammatik nicht mehr ganz gestimmt hat, ein Wort doppelt drin war o.Ä., dass ein Begriff mehrmals erklärt wurde, … hat mich aber insgesamt nicht allzu sehr gestört, hätte nur ein weiteres Drüberlesen wohl nicht geschadet.

Außerdem wurde das N-Wort verwendet – einmal, von einem Charakter, zu dem das auch passte und es war offensichtlich nur dessen Ausdruck und nicht die Sicht des Autors, aber dennoch, das Wort hätte man hier jetzt nicht unbedingt verwenden müssen.

Aber genug kleinliches Gemecker, insgesamt fand ich die Idee und Umsetzung des Falls durchaus spannend, die Charaktere interessant und habe das Buch recht gern gelesen.

Fazit: Nichts allzu außergewöhnliches und hat ein paar Fehlerchen, aber insgesamt eine spannende Geschichte mit interessanten und realistischen Charakteren.


Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich habe das Buch im Gegenzug für eine ehrliche Rezension kostenlos erhalten.