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Autor: Bernd Roßbach; Erscheinungsjahr: 2018; Verlag: FeuerWerke VerlagSeitenzahl der Print-Ausgabe: 400; Genre: Thriller; PreisTaschenbuch: 13,99€, eBook: 3,49€

Meine Bewertung: 6/10 Punkten

Klappentext: 

Der Hirnforscher Tom Jennings ist auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt. Ein von ihm erfundenes Verfahren macht vererbte Erinnerungen sichtbar und stellt so die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf.

Als Jennings im Zuge seiner Forschungen auf die Autistin Giulia trifft, verändert dies alles. Denn sie ist die direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus, der IHN mit eigenen Augen gesehen hat. Nach Jahrtausenden wird die Welt somit erstmals Bilder von Jesus Christus zu sehen bekommen.

Als dadurch jedoch Zweifel an der Auferstehung des Messias wach werden, wendet sich die älteste Macht der Welt gegen Jennings, und eine Treibjagd durch Rom, Verona und die Katakomben von Paris beginnt …

Die Wahrheit über einen Mann aus Nazareth vor 2.000 Jahren.

Meine Meinung:

Ich stehe dem Buch etwas zwiegespalten entgegen. Einerseits sind mir einige Dinge negativ aufgefallen, andererseits aber auch einige positiv und irgendwie hat es doch auch Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

Zunächst einmal zum Hauptcharakter – Jennings. Einer der eindeutig positiven Punkte – ein interessanter, realistischer Charakter, den man gerne durch die Geschichte begleitet. Direkt von Anfang an ist er z.B. einem Showmaster ohne besonderem Gewissen sehr bissig gegenüber und zeigt deutlich, dass er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat. Das ging dann leider etwas verloren, kam aber auch wieder. Etwas unrealistisch fand ich allerdings gerade deswegen die resultierende Freundschaft zwischen den beiden.

Leider bleiben die anderen Charaktere etwas hintendran  – es gibt auf jeden Fall interessante Figuren, die ein oder andere ist auch realistisch, aber manche der größeren Charaktere blieben doch etwas flach, besonders die Frauenfiguren.

Was vielleicht schon dem ein oder anderen beim Klappentext aufgefallen sein mag: Nachnahmen. Hm. Also irgendwann habe ich mich damit angefreundet, dass sogar die Hauptperson durchgängig mit Nachnamen benannt wird, aber dass Jennings selbst in seinen Gedanken die Geliebte mit Nachnamen benennt? Das war mir doch etwas zu viel. Und generell hat es doch auch zu einer gewissen Distanz zu allen Figuren gesorgt, die nicht unbedingt vorteilhaft für die Geschichte war.

Die Technologie – die Idee von vererbten Erinnerungen fand ich super interessant und hier auf jeden Fall gut umgesetzt. Man bekommt genug erklärt, um es sich vorstellen zu können, aber auch nicht zu viel. Jedoch ging mir die Entwicklung von so manchem viel zu schnell, viel zu unrealistisch, da hier eine vollkommen neue Technologie zu Gedanken und Wünschen im Unterbewusstsein in kürzester Zeit entwickelt wurde.

Generell die Story – leider hat es die erste Hälfte des Buches voller Foreshadowing, ohne dass etwas passiert, gebraucht, aber danach wurde es wirklich spannend. Zuvor lief alles bis auf sein Problem mit seinem Wissenschafts-Widersacher viel zu glatt.

Was mir leider am Stil auch nicht so gut gefallen hat, ist, dass man teilweise nur Andeutungen der Gespräche und Situationen bekommen hat und so oft nicht wirklich in die Handlung hingezogen werden konnte. Teilweise sind in Gesprächen Einschübe, mit Infos darüber, was die Person gerade allgemein sagt, dass Beispiele angeführt werden – das will ich doch hören! Klar kann man nicht alles schreiben, aber hier wirkte es leider etwas distanzierend und einfallslos.

Ganz einheitlich war der Erzählstil leider auch nicht – eigentlich weiß der Leser nur das, was auch die Figuren wissen, aber dann gibt es zwischendurch Sätze wie „Unbemerkt von [Hauptperson]…“.

Generell fand ich es sehr gut, in welche Richtung die Geschichte hier geht – es geht nicht bloß um die vererbten Erinnerung und die Geschichte mit Jesus an sich, sondern auch welche Auswirkungen, Möglichkeiten und Gefahren damit einhergehen könnten, sowohl auf wirtschaftlicher, religiöser als auch staatlicher Ebene. Daran allerdings noch ein Punkt, der mich sehr gestört hat – die ganze Sache mit dem CIA Agenten war sowas von unglaubwürdig und unrealistisch… aber naja.

Was ich auf jeden Fall noch gut fand, ist, dass doch alles sehr gut und sorgfältig recherchiert war – oft auch mit Fußnoten mit weiteren Infos + Epilog am Ende des Buches zu technischen oder sonstigen Dingen, inwiefern das Ganze der aktuellen Forschung entspricht, Vorhersagen, wie es sich tatsächlich entwickeln könnte, weitere Hintergrundinformationen – sehr interessant!

Fazit: Trotz der ein oder anderen Schwierigkeit, die ich hatte, mich mit dem Stil anzufreunden, nimmt die Geschichte in der zweiten Hälfte Fahrt auf und ist auf jeden Fall spannend und interessant – nur über die ein oder anderen Logiklücken muss man hinwegsehen können.